Müde, Corona-müde, Medien-müde,…

… Föderalismus-müde, Politik-müde… die Liste ließe sich noch etwas verlängern.

In der vergangenen Tagen ging es pandemiebedingt ziemlich hoch her. Zum Teil haben sich alle die in der Öffentlichkeit auch nur ansatzweise etwas zu sagen haben völlig frei gedreht. Letzte Nacht dann also mal wieder ein politischer Gipfel.

Die Ergebnisse waren bzw. sind für mich ein weiterer Tropfen in das Fass der Erschöpfung und Müdigkeit. Ich fühle mich irgendwie ausgehöhlt. Wenn ich mir dann die politischen und medialen Diskussionen anschaue, durchlese oder anhöre, dann bekomme ich wahnsinnige Kopfschmerzen und möchte mich eigentlich nur noch in meine vier Wände einigeln.

Bei all dem Quatsch frage ich mich halt, was diese fünf Tage tatsächlich bringen sollen? Ich glaube nicht, dass sich dadurch ein wirklicher Durchbruch bei den Infektionszahlen ergeben wird. Das einzige, was ich mir hier vorstellen kann, ist, dass man eine weitere massiven Anstieg vermeidet. An der Situation an sich wird sich nichts ändern…

Um mal ein bisschen ein größeres Rad zu drehen… Ich finde, nach mehr als einem Jahr Corona (COVID-19), wir haben eine Systemkrise. So schön und so sinnvoll Föderalismus sein kann, er ist teilweise massiv dysfunktional. Das führt die Pandemie nach Gesundheitswesen, Schule und Verkehrswesen noch einmal brutal vor Augen.

Die Damen und Herren saßen wohl zwölf Stunden beisammen, haben sich mal wieder die Köpfe heiß diskutiert. Keine/r sieht das große und ganze, sondern es wird sich in regionalem Kleinklein verheddert. Am Ende hat man sich nicht einmal auf einen kleinsten Nenner einigen können. Es musste wohl die Kanzlerin einen Vorschlag machen. Ich meine ganz ehrlich… dann kann man es doch auch sein lassen.

Am Ende läuft es darauf hinaus, dass Föderalismus, wenn er auf diese Art gelebt wird, kontraproduktiv zu dem steht, was notwendig wäre, um effektiv gegen die Infizierung vorzugehen. Eine zentrale Lösung die zentral gesteuert und durchgesetzt wird. Ohne das sich irgendein regionaler Möchtegern mit irgendeiner Macht, irgendwelche politischen oder wirtschaftlichen Spielchen spielen kann. Dieses Geschachere erinnert eher an einen Flohmarkt als an ein strategisches Vorgehen gegen eine Pandemie.

So zieht es sich durch die Bank… Schließungen nach Gutdünken, offensichtlich keine Standards in Gesundheitsämtern, keine Standards bei Zuständigkeiten. Was, wo, wann, wie und ob überhaupt erlaubt war, hängt vom Bundesland ab. Die achten natürlich wie die Spießgesellen darauf, dass ihnen bloß niemand in die Suppe spuckt oder noch schlimmer die Suppe wegnimmt bzw. vormacht oder erklärt wie die Suppe zu würzen ist.

Was bleibt für uns? Ich habe mich auf Ostern gefreut. Ich habe mich auf unseren Kurztrip ins Allgäu gefreut. Ein paar Tage mit der Familie abhängen und mal ein bissl was anderes sehen, andere Luft schnappen. Jetzt… jetzt ist mal wieder Essig. Wir dürfen, sollen, müssen zu Hause bleiben. Am besten schon weit vor Ostern einkaufen gehen um den Wahnsinn, der dann zu den Feiertagen ausbricht zu entgehen. Genau das also was man braucht.

Mal sehen, was uns als Alternative einfällt. Vielleicht schaffe ich es ja vorher doch noch das Auto durch die Waschanlage zu bringen, dann ein paar Drachen nebst Zubehör einzuladen und wenn das Wetter dann mitspielt auf die Wiese zu fahren. Für ein paar Stunden mal raus, ein bissl was anderes sehen, zumindest ein wenig andere Luft schnappen.


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