Schon wieder geht es über die Regenbogenbrücke

😥 🙁 Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie leer, wie traurig und wie fassungslos ich bin. 😥 🙁 Wir mussten kurz vor unserem (speziell meinem) wahrscheinlich schönsten Tag in diesem Jahr, für mich sogar in meinem Leben, Sid gehen lassen. 😥

Meinen geliebten Kater, der mich seit vierzehn Jahren durch alle Höhen und Tiefen begleitet hat.

Meinen „Chillout Kater“, den nichts groß aus der Ruhe bringen konnte, den „Großen“ der zu seinem Namen kam, weil er immer wieder so geschlafen hat wie Sid in Ice Age :-).

Der „Dicke Onkel“, der zwischendurch schon gut beieinander war und von Michaela diesen lustigen Spitznamen bekam.

Unseren tapferen Sid, der trotz oder vielleicht auch aufgrund seines anfänglichen Schicksals mit Labor, Tötungsstation, Rettung und mit zwei Jahren und schließlich der Einzug bei mir, in jungen Jahren so einiges erlebt hatte, so unverwüstlich schien.

Am Ende wurde dieses tapfere Kerlchen vom Krebs aufgefressen und wir konnten es, trotz aller Versuche einfach nicht aufhalten.

Ich hätte mir noch ein paar Jahre gewünscht. Ich vermisse ihn so sehr. 🙁 😥 Wir vermissen ihn so sehr 😥 Ich hoffe, dass ich bzw. wir ihm ein gutes Leben gegeben haben und die Entscheidung ihn gehen zu lassen, zu einem Zeitpunkt kam, wo es eben Zeit war und ich/wir sicher sein können, dass er nicht zu sehr gelitten hat. Er wurde, so hoffe ich, von seinen Schmerzen befreit, musste nicht leiden und ist nun wieder mit seinen Kumpeln Diego, Pedro und Felix zusammen und sie können als Chillout Gang die Welt hinter dem Regenbogen mit ihrem so wunderbaren Wesen für sich gewinnen.

Für uns, die wir zurückbleiben, geht es jetzt erst einmal darum, die kommenden Tage zu überstehen und auf die dann folgenden Wochen zu schauen. Wir stehen vor unserem Dänemarkurlaub und der dort stattfindenden Hochzeit von Michaela und mir. Freuen kann ich mich aktuell nicht darauf… Im Moment funktioniere ich nur irgendwie und sehen zu, dass ich mich in den kommenden zwei, drei Tagen mit Vorbereitungen usw. einfach ablenken kann. Vielleicht kommt in den Tagen und mit den verbleibenden Tätigkeiten auch die Vor- bzw. Freude wieder auf.

Wobei ich mich immer wieder erwische, wie sich so ein schlechtes Gewissen bemerkbar macht. Die Zweifel, die Fragen sind einfach zu bohrend…

 

  1. Hätte es nicht noch eine Möglichkeit gegeben?
  2. Hätten wir nicht gleich beide Pfoten operieren lassen sollen?
  3. Hast Du die Entscheidung nicht doch aus Eigennutz getroffen, um diesen Urlaub antreten zu können?
  4. Wolltest Du nicht einfach noch mehr Zeit und Geld in die Behandlungen reinstecken?
    1. Wenn Du das gemacht hättest, hätte es nicht noch Möglichkeiten gegeben… womit wir wieder bei der ersten Frage sind…
  5. Hast Du nicht aus reinem Egoismus gehandelt?

Ich muss mich auf die harten Fakten berufen und mit diesen gegen mich argumentieren.

  • Der Tumor in der rechten Pfote wahr lt. Pathologie bösartig.
  • Die linke Pfote wies die gleichen Merkmale auf.
  • D.h. der Krebs hatte sich schon verteilt bzw. war schon gestreut
  • Gefressen wurde kaum noch
  • Die Atmung war am letzten Tag massiv eingeschränkt
  • Sid zog sich zurück und wollte auch nicht mehr berührt werden
  • Sid hatte offensichtlich Schmerzen
  • Alles zusammen führte zu einer gewissen Apathie
  • Die Tierärztin war nach der Diagnose ziemlich erschüttert, denn so hatte sie es nicht erwartet
  • Die Spritze zum Einschlafen brauchte nicht einmal zehn Minuten und Sid schlief
  • Die Spritze ins Herz wirkte innerhalb von drei Minuten
  • Sid war also sehr, sehr schwach und konnte wohle nicht mehr

Ergo… Es war die richtige Entscheidung! Denn wenn ich mir irgendwann einmal etwas geschworen hatte, dann eben, dass meine Tiere niemals wieder leiden sollten. Sie sollten keine Schmerzen haben und wenn der Zeitpunkt kommen sollte, an dem sie gehen müssen, dann wird dieser Zeitpunkt aus dem menschlichen Egoismus heraus, das unausweichliche hinauszögern zu wollen, eben nicht verschoben. Nicht um eine Stunde, einen Tag, eine Woche.

Mit diesem pragmatischen Ansatz, mit dieser Logik kann ich meine Gedankengänge ganz gut in Schach halten. Wie sich mein Herz anfühlt, wie mein Bauchgefühl mitschwingt… das steht auf einem gänzlich anderem Papier.

Ja, wir haben noch Peachy. Ja, Peachy ist eine ganz, ganz süße kleine Motte. Ebenfalls vom Schicksal hart gebeutelt. Ja, Peachy ist ein liebenswertes Wesen. So leid es mir tut, das sagen bzw. schreiben zu müssen. Sie ist aber nicht der Sid. Das soll nicht heißen, dass ich sie deshalb nicht lieben würde und ich bin wirklich, wirklich heilfroh, dass sie da ist und uns mit ihrer Individualität erfreut und die Sonne aufgehen lässt, aber es ist für mich, zum jetzigen Zeitpunkt, ein schwacher Trost. 🙁 Ich werde diesen Vergleich zukünftig bestimmt nicht mehr ziehen, das wäre unfair und würde Peachy nicht gerecht werden (ich fühle mich eh schon schlecht genug überhaupt so zu denken und zu fühlen). Gestern, heute und wohl auch in den kommenden Tagen muss ich aber erst einmal mit dem Verlust klarkommen… Ich hoffe, es wird mir verziehen und verdirbt mir das Karma nicht zu sehr.

Wir haben Sid am vergangenen Samstag im Stadtwald beerdigt. Eine schöne Lichtung ganz in der Nähe von Felix und den Meerschweinchen haben wir gefunden. In der Nähe stehen Lupinen und die Sonne scheint schön auf dieses Fleckchen Erde. Es ist nicht weit entfernt von dem Weg, den wir immer wieder nehmen, um einen Spaziergang zu machen, wir können also immer mal wieder vorbeischauen. 🙁 😥

Ich hoffe, die Zeit bringt Heilung, denn diese Wunde, diese Leere, die ich aktuell empfinde, sitzt unglaublich tief.


Das Artikelbild habe ich auf PixaBay gefunden. Es unterliegt somit den dort angewandten Urheberrechten.