Gang über die Regenbogenbrücke

Den durfte gestern unser Felix machen. Es ging nicht mehr und es war einfach Zeit dafür.

Es ist immer, immer traurig und im Grunde das was man bei einem Haustier, dass, aufgrund seiner Persönlichkeit und dem Zeitraum in dem man zusammenlebt, zur Familie gehört, das schlimmst ist.

Dieser Schmerz im Herz bei einer solchen Trennung ist wirklich unsagbar schlimm.

Tröstlich hierbei ist… Felix wurde, obwohl es zwischenzeitlich nicht danach aussah, am 31.10.2021 volljährig 😮 und da wir unsere Halloweenparty veranstalteten, konnten wir ihn auch etwas feiern. In den Tagen danach hat er einerseits vieles gemacht, bei dem wir uns ganz erstaunt angesehen haben, so nach dem Motto

Ich bin jetzt volljährig… da kann ich machen, was ich will… und ich habe noch so einiges, dass ich noch nicht ausprobiert habe!

Andererseits hat er aber auch massiv abgebaut und keine zwei Wochen später war es dann so weit… 😥

Trotz der empfundenen Trauer war die Art und Weise wie wir ihn gehen lassen konnten sehr, sehr schön. Nicht zuletzt aufgrund der Art und Weise, wie uns die Tierärztin hierbei unterstütze. Sie kam zu uns nach Hause. Wir konnten dem Knopf also den Stress von Transportbox, Autofahrt und Praxis ersparen.

Nicht, dass ihn diesen Fahrten bei den vergangenen Besuchen besonders gestresst hätten… er war einfach ein unglaublich in sich selbst ruhender Kater, der ein wahnsinniges Vertrauen zum Menschen hatte. Selbst die Tierärztin, die in immer mal wieder piesacken musste, wurde hiervon eingenommen, denn Felix wusste, es würde ihm nichts passieren und somit setzte er sich auch bei ihr auf den Schoss und ließ sie machen bzw. sich untersuchen.

Als der Tag gekommen war, kam die Ärztin also zu uns. Wir setzten uns ins Wohnzimmer, Michaela nahm Felix auf den Schoss, er rollte sich zusammen und ließ sich kraulen. Dann bekam er die erste Spritze und wir unterhielten uns ganz normal. Es war eine vollkommen ruhige Situation. Klar… traurig ohne Ende, aber eben im, für das Tier gewohnten Umfeld, mit den bekannten Menschen und Gerüchen.

Nach der zweiten Spritze ging alles ziemlich schnell und er ging über die Regenbogenbrücke. 😥

Für uns kam und ist die Zeit der Leere und Traurigkeit. Wir vermissen den kleinen Kerl unendlich. Sein liebevolles, soziales Wesen. Jeder, der mind. zwei Minuten in der Wohnung war, wurde begrüßt. Jeder der sich irgendwo hinsetzte wurde begrüßt und ohne Aufdringlichkeit aufgefordert, die Aufmerksamkeit für einen gewissen Zeitraum Felix zu widmen. Wenn ich mich daran erinnere, wie ich ihn bekommen habe, wie er sich mit Sid nicht anfreundete, aber eben eine gewisse Beziehung zustande brachte, nicht zuletzt, weil er eben auch gegenüber Artgenossen extrem sozial war. Was wir über die vergangenen sieben Jahre alles erleben durften und nicht zuletzt wie er Michaela für sich „adoptierte“ dann bin ich wirklich unendlich dankbar für die Möglichkeit ihm nach seinem Aufenthalt im Katzenschutzverein bei mir aufzunehmen und ihm noch einige schöne Jahre erleben lassen zu können.

Ich habe immer ein Problem etwas zu vermenschlichen, aber dennoch hoffe ich einfach, dass er, für sich als Kater, diesen Zeitraum ebenso genoss wie wir es taten.

Wie es jetzt weitergeht? Darüber machen wir uns Gedanken, wenn wir über die erst große Trauer hinweg sind. Sid ist ein Kater, der Gesellschaft braucht. Die Tendenz Peachy aus dem siebten Stock in den sechsten zu holen ist gegeben. Mal sehen, ob und wie die beiden sich ggf. rütteln. Aber das ist Zukunft… Jetzt müssen wir, muss ich erst einmal verdauen, dass Felix nicht mehr da ist… 😥


Das Artikelbild habe ich auf PixaBay gefunden. Es unterliegt somit den dort angewandten Urheberrechten.